Essstörungen

Magersucht ist immer noch ein Tabuthema. Betroffene sprechen trotz des hohen Leidensdrucks nicht darüber, und Familienmitglieder stehen oft hilflos, gequält, manchmal unwissend daneben. Es mangelt an Aufklärung, Therapiezentren und qualifiziertem Fachpersonal, insbesondere in ländlichen Gebieten. Dies nahm Ingvild Goetz vor Jahren zum Anlass, sich verstärkt für Forschung, Beratung und Behandlung von Essstörungen einzusetzen und sie mit persönlichem Einsatz und Geldmitteln zu fördern.

 

Für die Stiftung und jahrelange Unterstützung einer Forschungsprofessur wurde ihr und ihrem Ehemann im Jahre 2008 die Ehrenmedaille der Technischen Universität in Dresden verliehen (Stiftungsprofessur TU Dresden). Diverse Projekte für die Beratung und die Behandlung von Magersucht wurden in Zusammenarbeit mit ANAD und dem TCEforum durchgeführt.

 

Im Frühjahr 2013 hat Ingvild Goetz einen Teil ihrer Kunstwerke verkauft, um u.a. ihr bestehendes Engagement für Menschen, die an Essstörungen leiden, zu erweitern. Aus dem Erlös des Verkaufs der Kunstwerke werden verschiedene Projekte und Organisationen in ganz Deutschland gefördert.

 

Um einen möglichst umfassenden Überblick über das Thema Essstörungen und Versorgungsschwächen zu erhalten, unterstützte lngvild Goetz als erstes Projekt eine Analyse, die von der gemeinnützigen Organisation Forum for Active Philanthropy (www.activephilanthropy.org) zum Thema Essstörungen durchgeführt wurde. Eine Zusammenfassung der Studie finden Sie untenstehend auf dieser Seite. Wir danken sehr herzlich Andreas Schnebel von ANAD in München und Frau Sigrid Borse vom Frankfurter Zentrum für Essstörungen für die Durchsicht des Berichtes. 

 

Auf Grundlage der Ergebnisse hat Ingvild Goetz mit verschiedenen Einrichtungen Projekte entwickelt. Dabei steht insbesondere die Versorgung von Betroffenen in ländlicheren, d. h. weniger erschlossenen Gebieten Deutschlands durch leicht zugängliche Aufklärungsinitiativen sowie der Aufbau von Hilfsangeboten für Angehörige von Betroffenen im Vordergrund. Zeitgemäße Beratungsmodelle wie die Nutzung von sozialen Medien und online-Angeboten und Aufklärungsformate, die speziell auf eine jugendliche Zielgruppe zugeschnitten sind, werden gefördert.

 

ANAD Dialog | ANAD e.V., München 

Die interaktive Beratungsplattform ANAD-Dialog wurde 2011 mit Unterstützung der Aktion Mensch vom Münchener ANAD e.V. aufgebaut und kann durch die Förderung von Ingvild Goetz seit 2014 weitergeführt werden. Die Beratungsplattform richtet sich an Betroffene, Angehörige, Therapeuten, Ärzte und Lehrer und hat das Ziel, diesen Personenkreis ortsunabhängig zu beraten und zu betreuen. Es handelt sich um ein hochspezialisiertes niederschwelliges Beratungsportal, das auf die individuellen Bedürfnisse des Nutzers zugeschnitten ist. Ziel ist es eine lückenlose Beratungskette von der unverbindlichen, allgemeinen Informationsbereitstellung bis zur persönlichen face-to-face Beratung anzubieten.

 

Beratung & Hilfe für Eltern und Angehörige bei Magersucht | Frankfurter Zentrum für Ess-Störungen gGmbH 

Mit finanzieller Unterstützung durch Ingvild Goetz setzt das Frankfurter Zentrum für Ess-Störungen ein Projekt für Angehörige um. Über verschiedene, aufeinander abgestimmte Beratungs- und Coaching Module werden Angebote für Eltern und Angehörige geschaffen. Dies umfasst sowohl telefonische und online-basierte Beratungsleistungen als auch persönliche Einzel- und Gruppencoachings. Sigrid Borse, Geschäftsführerin des Frankfurter Zentrums für Ess-Störungen, ist sehr erfreut, "dass Frau Goetz sich des wichtigen Themas Magersucht annimmt. Dank ihrer Unterstützung gelingt es, Versorgungslücken zu schließen, die bisher nicht durch eine Regelfinanzierung abgedeckt werden. Es können neue vielversprechende Herangehensweisen in der Beratung bei Magersucht entwickelt und getestet werden."

 

Tischgespräche | Waage e.V, Hamburg

Das Projekt „Tischgespräche“ wird von dem Hamburger Verein Waage e.V. entwickelt und durchgeführt und von Ingvild Goetz finanziert. Es dient der fachlichen Unterstützung von Eltern und Geschwistern eines von einer Essstörung betroffenen Familienmitgliedes. Über das Internet wird ein niedrigschwelliger Einstieg in das psychosoziale Hilfesystem ermöglicht. Die Online-Beratung erfolgt über ein Online-Portal. Ergänzend dazu werden Kontakte zwischen Angehörigen zur angeleiteten Selbsthilfe (online und offline) vermittelt und persönliche Treffen in regionalen Unterstützungsgruppen organisiert. Fehlende regionale Versorgungslücken können so ausgeglichen werden.

 

Ninette – Dünn ist nicht dünn genug | Interactive Media Foundation gGmbH, Berlin

Mit finanzieller Unterstützung durch Ingvild Goetz hat die Interactive Media Foundation unter ninette.berlin  eine bundesweite Plattform zur Aufklärung und Prävention von Essstörungen entwickelt. Die Plattform richtet sich vor allem an Mädchen zwischen 11 und 15 Jahren und spricht diese auf Augenhöhe an. Zentraler Bestandteil von "Ninette - Dünn ist nicht dünn genug" ist ein interaktiver Comic. In elf Folgen wird die Geschichte des Mädchens Janette erzählt, das in den Strudel der Magersucht gerät und sich mit therapeutischer Hilfe und der Unterstützung ihrer Freundinnen und Familie den Weg zurück ins Leben erkämpft. In den Comic und die gesamte Plattform wurden Hilfestellungen, Hintergrundinformationen und erstmals auch eine Onlineberatung integriert. Die Inhalte wurden gemeinsam mit Experten aus Facheinrichtungen entwickelt. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hat die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen.